SAFETY
Sicherheit beim Meditieren
Die positive Wirkung von Meditation und Achtsamkeit ist seit Jahrtausenden überliefert und mittlerweile seit mehreren Jahrzehnten wissenschaftlich bestätigt. Vor allem für Menschen, die mit Angststörungen, Depressionen oder Suchterkrankungen kämpfen, hat sich die Konzentrations- und Achtsamkeitsmeditation als sehr hilfreich erwiesen. In vielen neueren Therapierichtungen sowie innerhalb der Positiven Psychologie finden sich mittlerweile Aspekte der Achtsamkeit wieder bzw. haben sich eigene auf Achtsamkeit basierte Therapieformen entwickelt, wie zum Beispiel die Mindfulness Based Cognitive Therapy (MBCT).
Doch wie bei den meisten Interventionsformen — ob medikamentös oder therapeutisch — kann es unter Umständen auch beim Meditieren zu unerwünschten Wirkungen kommen. So wirkt die meditative Innenschau für manche Menschen „überfordernd“ und infolge deregulierend. Das ist zwar sehr selten der Fall, nichtsdestotrotz ist es wichtig, vor dem Erlernen der Meditation darüber Bescheid zu wissen. Bei meinem Unterricht achte ich daher immer auf ein „sicheres“ Umfeld und informiere dich darüber, wie du Anzeichen einer Deregulierung rechtzeitig erkennen und darauf reagieren kannst.
Vorsicht ist vor allem bei bereits akut-deregulierten Personen, wie bei Menschen, die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, geboten. Das uneingeschränkte Beobachten ihrer Körperempfindungen, Emotionen und Gedanken kann bei diesen Menschen zu einer Verstärkung der Deregulation (auch Dysregulation genannt) bis hin zu Dissoziationen (Abspaltung psychischer Funktionen) führen.
Mehr zu psychischen Erkrankungen und möglichen Kontraindikationen von Achtsamkeit und Meditation findest du auf der Website des Oxford Mindfulness Centre.
Meditation kann für viele Menschen mit psychischen Erkrankungen sehr hilfreich sein. So wie auch die funktionelle Atmung und entsprechende Atemübungen ein hohes regulierendes Potential auf unser Nervensystem haben können. Trotzdem stellen weder Meditation noch Atemübungen einen Ersatz für möglich notwendige psychologische, psychotherapeutische, medikamentöse oder andere ärztliche Behandlungen dar. Solltest du dir nicht sicher sein, ob in deinem speziellen Fall Achtsamkeit und Meditation hilfreiche Werkzeuge sein können, sprich mit deiner Therapeut*in, Psychiater*in, Ärzt*in. Sie sind da, um dir zu helfen. Natürlich kannst du dich auch jederzeit mit Fragen an mich wenden. Ich werde mein Bestes tun, sie zu beantworten.